Die Marienkäfergruppe (U3)

 

Entstanden ist diese Gruppe als Tagespflegegruppe in den Räumen des alten Pfarrhauses der Lydia-Gemeinde. Seit August 2008 ist die Marienkäfergruppe eine Gruppe nach dem Kinderbildungsgesetz und gehört nun fest zum Lydia-Kinderhaus. Im August 2011 ist die Marienkäfergruppe in die neu gestalteten Räume in den ausgebauten Boden des Lydia-Kinderhauses umgezogen. Auf dem Außengelände entsteht außerdem bald ein Bereich, der auf die Bedürfnisse der U3-Kinder ausgerichtet ist.

 

Anspruch und Ziele

Im Alter von 1-3 Jahren machen die Kinder ganz enorme Entwicklungsschritte: sie lernen laufen und sich sicher zu bewegen, sie lernen sprechen, sie lernen ihre Kompetenzen und Fähigkeiten kennen, sie lernen mit anderen Kindern und Erwachsenen Kontakt aufzunehmen, sie lernen Regeln kennen und den Ablauf in einer neuen Umgebung, sie lernen sich zu behaupten und eigene Wünsche und Ideen zu entwickeln oder anders ausgedrückt: sie lernen, in der Welt heimisch zu werden. Die Kinder müssen die Entwicklungsschritte selbst gehen, sie sollen die Welt selbst entdecken und eigene Erfahrungen machen – sie sind Akteure ihrer eigenen Entwicklung.

 

Deshalb wollen wir

  • den Kindern Wohlwollen, Halt sowie sichere und verlässliche Bindungen vermitteln und Einfühlung entgegenbringen können.
  • die Kinder in ihren Entwicklungsaufgaben begleiten und unterstützen.
  • den Ruhe und Nähe geben.
  • den Kindern eine „wohlvorbereitete Umgebung“ (Montessori) bieten.
  • die Individualität der einzelnen Kinder wertschätzen.
  • den Kindern Entwicklung zutrauen und sie zur Selbstständigkeit anregen.
  • die Kinder in Alltagssituationen einbeziehen.

Bei all diesen Entwicklungen sind die ErzieherInnen wichtige Vorbilder. Sie brauchen Neugier, Motivation, Risikofreude und die Lust, sich Unbekanntem und Neuem zu öffnen und gemeinsam mit anderen Ideen zu entwickeln.

 

Eingewöhnung

Eine Aufnahme in die/unsere Tagespflegegruppe stellt eine hohe Anforderung an das Kind dar. Kinder können diese Situation gut bewältigen. Dafür brauchen sie jedoch eine Bezugsperson (in der Regel den Vater oder die Muter), die die Eingewöhnungszeit kontinuierlich begleitet. Diese Phase bildet die sichere Basis, von der aus sich das Kind all den neuen Anforderungen stellt.

 

Erst wenn eine Beziehung zwischen dem Kind und der Bezugserzieherin aufgebaut werden konnte, kann die begleitende Bezugsperson das Kind zur Betreuung in der Einrichtung lassen. Eine gelungene Eingewöhnung ist die unverzichtbare Grundlage für alle weiteren Bildungsprozesse.

 

Das heißt für uns konkret, dass wir die Kinder nach dem „Berliner Modell“ eingewöhnen. Das Berliner Modell gibt klare Handlungsanweisungen vor, lässt aber individuelle Abweichungen zu. Das Modell berücksichtigt Phasen der Eingewöhnung:

  1. Grundphase: Die Bezugsperson kommt mit dem Kind 2-3 Tage für 1 Stunde zum ersten Kennen lernen in die Gruppe.
  2. Erste Trennungsversuche: Die Erzieherin nimmt Kontakt zu dem Kind auf, dabei achtet sie sehr genau die Reaktion des Kindes, spricht mit dem Kind, macht sich und die Spielumgebung bekannt.
  3. Die Bezugsperson tritt immer weiter zurück, verlässt evtl. auch schon für kurze Zeit den Raum.
  4. Stabilisierungsphase: Das Kind lässt sich nun auch von der Erzieherin füttern, evtl. trösten und wickeln.
  5. Schlussphase: Zwischen dem Kind und der Bezugserzieherin ist eine feste, verlässliche Bindung entstanden, das Kind kann jetzt den ganzen Tag in der Marienkäfergruppe bleiben und macht auch seinen Mittagsschlaf in der Kita.

Die Eingewöhnungszeit kann bis zu 4 Wochen dauern. Diese Zeit ist ganz besonders wichtig für die Kinder und sollte nicht unnötig beschleunigt werden.

Die Eltern müssen diese Zeit unbedingt im Interesse ihres Kindes im Vorfeld einplanen. Denn nur, wenn die Kinder sich ganz sicher, aufgehoben und beschützt fühlen, werden sie alles Neue mit Interesse und Neugierde entdecken wollen.

 

 

Öffnungszeiten, Tagesablauf und Rituale

Rituale und ein überschaubarer Tageablauf sind besonders für die jüngeren Kinder eine wichtige Orientierungshilfe, denn sie geben Ruhe, Entspannung, Sicherheit und Geborgenheit.

 

Öffnungszeit: ab 7:00 Uhr im Kinderhaus, bzw. nach dem derzeitigen Bedarf in den Räumen der Marienkäfergruppe: 

Mo - Do:  7:15 bis 16:30 Uhr

Fr.  7:15 bis 15:00 Uhr. 

 

Den Tagesablauf in der Gruppe haben wir in einer Übersicht für Sie zusammengefasst:

Tagesablauf U3
Tagesablauf U3.pdf
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Übergang in die Gruppe im Kinderhaus

Für die Kinder ist der Wechsel in eine andere Gruppe, spätestens in dem Sommer, wenn sie 3 Jahre alt geworden sind, ein großer Schritt. Er ist begleitet mit großer Freude, aber auch mit Gefühlen der Ungewissheit und Unsicherheit.

 

Die Erzieherinnen bereiten die Kinder auf den Wechsel vor, sie besuchen mit den Kindern die neue Gruppe, die „neue“ Erzieherin macht sich den Kindern bekannt. Mit einem sicheren Gefühl starten die Kinder dann im August in ihrer neuen Gruppe.